Bundestag stoppt Umpolungen: Neues Gesetz gegen Konversionsbehandlung

Homosexualität ist keine Krankheit. Es ist O.K., so wie Du bist.” Mit dieser Aussage untermauert der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn das neue Gesetz gegen Konversionstherapien.

Mit der Hilfe von Konversionsbehandlungen sollten in der ehemaligen Praxis Neigungen eines Menschen zum selben Geschlecht genommen werden. Die Behandlungen zielten auf die Veränderung und Unterdrückung der sexuellen Orientierung oder der selbst empfundenen geschlechtlichen Identität ab. Von psychologischen und psychiatrischen Fachgesellschaften wird diese Methoden schon seit vielen Jahren vehement abgelehnt, nun spricht sich auch der Bundestag gezielt gegen dieses Vorgehen aus.

Vergangene Woche hat der Bundestag den Gesetzesentwurf zum Schutz vor Konversionbehandlungen verabschiedet. Ziel des Gesetzes sei “die sexuelle und geschlechtliche Entwicklung und Selbstbestimmung sowie die körperliche Unversehrtheit besonders vulnerabler Personen zu schützen.” Das Gesetz beinhaltet das Verbot von Konversionbehandlungen an Minderjährigen, aber auch an volljährigen Menschen, die nur aufgrund eines Willenmangels (beispielsweise durch Zwang oder Drohung) dem Verfahren zugestimmt haben. Um weitere potentielle Opfer zu schützen wird außerdem das Bewerben, Anbieten und Vermitteln solcher Behandlungen für die Zukunft untersagt. Auch psychotherapeutische Gespräche, in denen gezielt Einfluss auf die sexuelle Identität des Betroffenen genommen wird, werden von dem Verbot umfasst.

In der Regel werden diese Konversionstherapien nicht von gesundheitlichem Fachpersonal oder Praktikern eines Heilberufes ausgeübt. Daher gelten diese Verbote gleichermaßen für alle Bürger und nicht ausschließlich jene, die in Ausübung ihres Berufes handeln. Dementsprechend können auch Eltern oder Fürsorgeberechtigte belangt werden, sollten sie aufgrund der Durchführung einer Konversionsbehandlung die Fürsorge- oder Erziehungspflicht verletzen.

Ausdrücklich von dem normierten Verbot ausgeschlossen sind Therapien gegen in der medizinischen Literatur anerkannten Sexualstörungen, wie beispielsweise die Pädophilie. Und auch Behandlungen, die dazu beitragen dem selbst empfundenen Geschlecht einer Person Ausdruck zu verhelfen, sind weiterhin erlaubt.

Neben den Verboten soll in Zukunft auch ein kostenloses Beratungsangebot der Bundeszentrale für die gesundheitliche Aufklärung zugänglich gemacht werden. Dieses richtet sich an alle betroffenen Personen und Angehörige. Diese Beratung wird bei Bedarf auch mehrsprachig, anonym, per Telefon oder online erfolgen.

Wer trotz des Verbotes weiterhin Konversionbehandlungen durchführt, muss in Zukunft mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe rechnen. Für das Werben, Anbieten und Vermitteln solcher Behandlungen wird ein Bußgeld von bis zu 30.000 € angedroht.

Voraussichtlich tritt das Gesetz noch Mitte diesen Jahres in Kraft.

Und auch wenn einigen Kritikern das Gesetz noch nicht scharf genug ist, ist es dennoch ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Es ermöglicht die Chance, endlich die alten Normen und Traditionen aufzubrechen und lässt sich als weiterer Erfolg in der LGBTQ-Community verbuchen. Denn wir alle sind unterschiedlich, und das ist O.K!

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Photo by Yoav Hornung on Unsplash