Das Leben geht weiter - Die neusten “Corona-Lockerungen”

Gerade einmal zwei Monate ist es her, dass zur Verhinderung der Ausbreitung des Covid-19 Viruses zahlreiche Beschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens getroffen wurden. Nachdem sich die Zahl der Infizierten in Deutschland positiv entwickeln konnte, kommt es seit Anfang Mai erstmals zu größeren Lockerungen der Maßnahmen. Diese gelten selbstverständlich immer vor dem Hintergrund, dass die allgemein gültigen Abstands- und Hygienerichtlinien eingehalten werden.

Dem Föderalismus geschuldet bestehen bei den Lockerungen und Entscheidungen der 16 Bundesländer teils große Unterschiede, weshalb es leicht zu Verwirrungen kommen kann. Die genauen Maßnahmen und Vorgaben können jedoch relativ übersichtlich auf den Webseiten des jeweiligen Bundeslandes gefunden werden. Hier erhältst Du einen ersten Überblick über die wichtigsten Entscheidungen der letzten Woche:

Privatleben

Um soziale Interaktion wieder im größeren Rahmen zu ermöglichen, wurden die Kontaktbeschränkungen teilweise aufgehoben. Nachdem in Bayern die allgemeine Ausgangsbeschränkung aufgehoben wurde, ist es dort, wie auch in allen weiteren 16 Bundesländer wieder erstattest, sich mit mehreren Angehörigen zweier Haushalte zu treffen. In Hamburg darf auch der Mindestabstand von 1,5 m bei solch einem privaten Treffen unterschritten werden. In Sachsen-Anhalt darf man sich künftig sogar bis zu fünf Personen treffen, und ab nächste Woche sind sogar private Feiern mit bis zu 20 Gästen wieder gestattet. Versammlungen von max. 50 Personen im geschlossenen Raum sind in Berlin seit Montag ebenfalls wieder erlaubt. In Mecklenburg-Vorpommern sind Familientreffen, Trauungen oder Bestattungen mit bis zu 25 Personen wieder gestattet.
Besuche von Personen in Kliniken, Alten- und Pflegeheimen sind unter bestimmten Vorlagen in Bayern, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt wieder erlaubt.

Großveranstaltungen sind durch die Vereinbarungen der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und -chefs der Länder weiterhin untersagt und für Gottesdienste und Demonstrationen gelten bereits Sonderregelungen in den einzelnen Bundesländern. Und auch das Tragen einer Maske in öffentlichen Gebäuden oder im Nahverkehr ist weiterhin verpflichtend.

Schulen, Universitäten und Kindertagesbetreuung

Auch die Rückkehr in Kitas und Schulen hat in den meisten Bundesländern bereits schrittweise begonnen. Noch vor den Sommerferien sollen alle Schüler zumindest teilweise wieder an präsenten Lehrunterricht ermöglicht werden.
Für Universitäten und Hochschulen gilt es nun zu entscheiden, ob wieder Präsenzveranstaltungen durchgeführt werden sollen, sie sind jedoch weiterhin dazu angehalten, die Online-Angebote weiterhin zu nutzen. Erste Stellungnahmen von Universitäten zeigen, dass die Online-Angebote wahrscheinlich bis hin zum Wintersemester, welches im Herbst 2020 beginnt, verwendet werden und auf Präsenzveranstaltungen gänzlich verzichtet wird.

Einzelhandel

Während Schleswig-Holstein weiterhin an der 800qm Regelung festhält, wurde diese in Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen-Anhalt, Thüringen durch neue Regelungen ersetzt. Von nun an ist in hessischen Geschäften pro angefangene 20 Quadratmeter ein Kunde zulässig. Damit ist es nun allen Einzelhändlern möglich, ihr Geschäft wieder in Betrieb zu nehmen. Aufgrund der Vorschriften zur Wiedereröffnung wird jedoch davon ausgegangen, dass weiterhin viele Türen geschlossen bleiben könnten.
In Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz gibt es inzwischen keine Beschränkungen zur Öffnung des Einzelhandels mehr.

Gastronomie

Seit vergangener Woche dürfen Restaurants unter strengen Auflagen in allen Bundesländern wieder öffnen. Auch Bars und reine Schankwirtschaften können in Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Schleswig-Holstein, und Thüringen wieder öffnen. In Hessen wurde aufgrund der allgemeinen Abstands- und Hygieneregelungen fünf qm pro Gast errechnet, wobei Familien und Wohngemeinschaften von dieser Regelung ausgenommen sind. Außerdem müssen in Hessen und Niedersachsen alle Gäste Name, Anschrift und Telefonnummer für den Falle einer Infektion hinterlassen, um alle Kontaktpersonen nachverfolgen zu können. In Berlin ist die Öffnungszeit außerdem bis 22:00 Uhr beschränkt. Während den Gästen das Tragen eines Mundschutzes nur empfohlen wird, ist dieser für das Küchen- und Servicepersonal verpflichtend

Tourismus

Auch die Öffnung von Hotels und Ferienwohnungen ist in nahezu allen Bundesländern für die nächsten Wochen wieder geplant, falls sie nicht schon wieder geöffnet haben. In Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt sind Hotels und Ferienwohnungen jedoch vorerst für Einwohne der eigenen Bundeslandes geöffnet, eine aufnahme von Urlaubern aus ganz Deutschland ist jedoch auch für die Nahe Zukunft geplant.

Freizeiteinrichtungen

Auch das kulturelle Angebot wird langsam wieder erweitert. Verschiedene Einrichtungen wie Museen, Kinos, Theater, Zoos oder Opern durften unter verschiedenen Vorlagen in der vergangenen Woche in Bayern, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen wieder öffnen. Auch hier gilt zumindest in Hessen die Einhaltung von mindestens fünf Quadratmeter pro Person und die Pflicht zum Hinterlassen der Kontaktdaten. Der Zutritt bzw. das Verlassen des Veranstaltungswegs muss durch Leitsysteme gesteuert und Warteschlangen vermieden werden.
Und auch Spielplätze sind in fast allen 16 Bundesländern wieder zur Benutzung geöffnet worden. In Nordrhein-Westfalen wurden diese Woche ebenfalls die Freibäder geöffnet. In Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt ist dies für die kommende Woche geplant

Sport

Auch der Sport- und Trainingsbetrieb in Sportvereinen oder im Freien kann in Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen langsam wieder aufgenommen werden. Voraussetzung hierbei ist immer die kontaktfreie Ausübung des Sports. Umkleidekabinen und sanitäre Anlagen bleiben hierbei meistens geschlossen. In Hessen und Nordrhein-Westfalen dürfen auch Fitnessstudios, Indoorspielplätze, Kletterhallen, Kegelbahnen unter bestimmten Hygienebedingungen wieder öffnen.

Kosmetikstudios

Während die einen selber zur Schere gegriffen haben, hat ein Großteil sehnsüchtig auf die Wiedereröffnung von Friseuren gewartet. In Hessen, Baden Württemberg, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Thüringen dürfen nun auch weitere körpernahe Dienstleistungen wie Kosmetikstudios oder Massagepraxen wieder öffnen. Dabei müssen sowohl das Personal, auch auch die Kunden dauerhaft ihren Mund und ihre Nase bedeckt zu halten.

Perspektivisch wird es in den kommenden Wochen flächendeckend zu weiteren Lockerungen in der Bundesrepublik kommen, solange das Robert-Koch Institut keine Erhöhung der Reproduktionszahl des Corona-Virus mitteilt. Es bleibt abzuwarten, ob die Bundesbürger von den Lockerungen Gebrauch machen und alle Aktivitäten wieder aufnehmen, oder zur Sicherheit die empfohlene Beschränkung von Kontakten aufrechterhalten. Besonders für die Risikogruppen sollte die Reduzierung der Kontakte weiterhin auf ein absolutes Minimum beschränkt bleiben.

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Foto: Pixabay/Alexas_Fotos