Fasching: Do's und Dont's in der Fünften Jahreszeit

Zu Fasching, Karneval oder Fastnacht sind die Städte oft kaum wieder zu erkennen. Kostümiert feiert es sich ausgelassener und mit Alkohol sowieso. Trotzdem sollten auch in dieser verrückten Zeit einige Regeln eingehalten werden.

Wann das Kostüm zum Problem wird

Bei Verkleidungen gilt in der Regel: Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Trotzdem gibt es auch einige Kostümierungen, die Du lieber vermeiden solltest:

Wer als Cowboy die Karnevalszeit bestreitet, trägt natürlich einen Revolver bei sich. Doch bei Kostümierungen mit Waffen ist immer darauf zu achten, dass diese eindeutig von einer echten Waffe zu unterscheiden sind. Denn sogenannte „Anscheinswaffen“ dürfen laut § 42a Waffengesetz nicht mitgeführt werden.

Auch der Look von Polizisten oder Soldaten ist als Vorlage beliebt. Auch hier gilt, dass eindeutig zu erkennen sein muss, dass es sich bei der getragene Uniform nur um ein Kostüm handelt. So wurde ein 24-Jähriger zu einer Geldstrafe von 450€ verurteilt, da es sich bei der Jacke seiner Verkleidung um eine echte Polizeijacke handelte.

Neben allen rechtsextremistischen Symbolen ist in der heutigen Zeit auch davon abzuraten, Kostüme mit Referenz zu irgendwelchen Terrorgruppen zu wählen. So könnte zum Beispiel eine Verkleidung als Dschihadist bei dem Mitmenschen Panik auslösen und schnell die ausgelassene Faschingsstimmung mindern.

Kostümiert Autofahren?

Natürlich sollte auch klar sein, dass auch in der Faschingszeit das Autofahren unter Alkoholeinfluss nicht erlaubt ist. Aber auch wer nüchtern bleibt, stellt sich an Karneval möglicherweise die Frage, ob er sich kostümiert hinters Steuer setzen darf. In der Regel stellt dies kein Problem dar, solange die Verkleidung weder die Bewegungsfreiheit, noch die Sicht oder das Gehör einschränken. Um die Sicherheit im Straßenverkehr zu gewährleisten, sollten also vor Fahrtantritt übergroße Perücken oder Brillen lieber abgelegt werden. Bsp.

Weiberfastnacht: Wenn der Schlips dran glauben muss

Die Karnevalszeit ist voll von Traditionen - eine davon ist das Krawatten-Abschneiden an Weiberfasching. Was für den einen ein spaßiger Brauch ist, verärgert all jene, die mit den Gepflogenheiten der Faschingszeit nicht so vertraut sind. Im Normalfall stellt das Zerschneiden der Krawatte unter strafrechtlichen Gesichtspunkten eine Sachbeschädigungen dar. In den Karnevalshochburgen sollte sich jedoch der Mann dieser Tradition bewusst sein. Darum ist es im Rheinland mittlerweile zu einer gängigen Rechtsprechung geworden, das Tragen einer Krawatte an Weiberfastnacht als stillschweigende Einwilligung zu qualifizieren. Gleiches gilt, wenn der betroffene Herr die Schlipskürzung freiwillig über sich ergehen lässt oder nicht zu erkennen gibt, dass er damit nicht einverstanden ist.

Im Einzelfall solltest Du hierbei den Grat zwischen Spaß und Ernst gut abwägen und nur dann zur Tat schreiten, wenn Du Dir dem Wohlwollen Deines Gegenübers sehr sicher bist.

Wer das Bützen übertreibt

Gemeint ist hiermit das Küssen auf die Wange, das vor allem in der Karnevalshochburg Köln traditionell verbreitet ist. Auch wenn es manche Touristen irritieren mag, ist so ein harmloser Schmatzer nichts schlimmes. Anders sieht es jedoch bei ungefragtem Anfassen oder Belästigungen aus. Ausgelassenes Feiern und erhöhter Alkoholkonsum rechtfertigen sexuelle Belästigung auch nicht zu Fastnacht… Hier solltest du eine klare Grenze ziehen und im Notfall auch die Polizei alarmieren.

Plastik- statt Glasflaschen

Durch das erhöhte Verletzungsrisiko, das zersplitterte Glasflaschen mit sich bringen, haben einige Städte besondere Regelungen zum Thema Gasflaschen erlassen und diese für die Zeit des Straßenkarnevals in Teilbereichen der Stadt verboten. Wer bei einer Zwangskontrollen mit einer Glasflasche erwischt wird, riskiert ein Bußgeld von 60€. Darum empfehlen wir: Füll Deine Getränke vorher in andere Flaschen um oder trinke Dein Bier ausnahmsweise mal aus der Dose.

Wildpinkeln verboten

Auch wenn die überfüllten Toiletten und die nicht kürzer werdenden Schlangen vor den Dixi-Klos manche Blase strapaziert, ist das Urinieren in der Öffentlichkeit strikt verboten. Nicht nur, dass Wildpinklen eine massive Belästigung Anderer darstellt, hier droht auch ein Bußgeld in Höhe von bis zu 100€.

In diesem Sinne: Alaaf und Helau!


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Foto: © pixabay/5598375