Fotos von Anderen nach DSGVO? Was ist zulässig und was nicht?

Person macht Portraitfoto von Frau
© Pixabay/Pexels

Der Grundgedanke des Datenschutzes ist es, den Einzelnen und seine persönlichen Rechte zu schützen. Eine herausragende Rolle spielen hierbei die Rechte auf Privatsphäre und die informationelle Selbstbestimmung. In diesem Rahmen gewinnt insbesondere das Recht am eigenen Bild eine besondere Bedeutung.

Dies wirft natürlich die Frage auf, welche Rechte einem grundlegend zustehen. Wie ist das Fotografieren auf Veranstaltungen zu beurteilen? Wie verhält es sich mit Bildern von Angestellten, die auf der eigenen Website der Arbeit hochgeladen werden?

Grundsätzlich können personenbezogene Daten nur aufgrund einer rechtlichen Basis verwendet werden. Für das Fotografieren stellen Art. 6 I S.1 lit. a) DSGVO und Art. 6 I S.1 lit. f) DSGVO wichtige Grundlagen dar.
Zum einen ist die Verarbeitung von personenbezogenen Daten gemäß
Art. 6 I S.1 lit. a) DSGVO zulässig, wenn der Betroffene seine Einwilligung hierzu gibt, und zum anderen ist die Verarbeitung gemäß Art. 6 I S.1 lit. f) DSGVO erlaubt, wenn sie der Einhaltung berechtigter Interessen des Verantwortlichen oder eines Dritten dient. Berechtigt sind nur solche Interessen, die im Verhältnis zu den Grundrechten und Grundfreiheiten des Betroffenen schwerer wiegen.
Um hier zu einer richtigen Beurteilung des Einzelfalls zu gelangen, ist es entscheidend wichtige Gesichtspunkte zur Bewertung heran zu ziehen:

  1. Wer ist auf dem Bild zu erkennen?

    Es ist ratsam beim Fotografieren und Publizieren von Bildern einer Einzelperson stets deren vorherige Einwilligung einzuholen. Ebenso verhält es sich mit kleineren Gruppen von Personen. Nur in wenigen Fällen greift eine Ausnahme (§ 23 KUG)

  2. Wo wird das Bild publiziert?

    Es ist wesentlich zu unterscheiden, wo genau das Bild publiziert wird.
    Wird es intern oder extern publiziert?
    Bei einer internen Publikation wird es regelmäßig keine Kollision mit dem Datenschutz geben. Allerdings ist bei einer externen Publikation stets eine vorherige Einwilligung empfehlenswert.

  3. Wo fand die Aufnahme des Bildes statt?

    Ausschlaggebend ist auch hier die Unterscheidung, ob das Bild auf einer privaten oder öffentlichen Veranstaltung entstanden ist. Bei privaten Veranstaltungen ist die Einholung einer Einwilligung des Betroffenen angebracht. Wiederum bei einer öffentlichen Veranstaltung kann im Rahmen einer Interessenabwägung meist von einem überwiegenden Interesse des Fotografierenden auszugehen sein. Selbstverständlich schließt dies Aufnahmen aus, die Kinder ablichten oder die Betroffenen in intimen Augenblicken erfassen.

Ferner ist zu erwähnen, dass bei jeglicher Art der Verwertung von Daten die Informationspflichten aus Art. 13 oder Art. 14 DSGVO gewahrt werden müssen.
Die Voraussetzung zur Erfüllung des Art. 13 DSGVO liegen dann schon vor, wenn der Betroffene von der Datenerhebung weiß oder diese fördert. Ist dies nicht der Fall muss der Betroffene gemäß Art. 14 DSGVO darüber informiert werden.

Bei so vielen Regelungen und Ausnahmen erweist sich eine richtige Einschätzung der Sachlage oftmals für einen Laien als schwierig, sodass Publikationen vielmals ausbleiben. Bei Unsicherheiten sollte immer nachgefragt werden. In Unternehmen gibt es Datenschutzbeauftragte, die die genauen Grenzen zwischen Zulässigkeit und Unzulässigkeit kennen und Auskunft darüber erteilen.

Abschließend bleibt zu sagen, dass das Ablichten von Personen im datenschutzrechtlichen Hinblick immer einen schwierigen Sachverhalt begründet und daher eine vorige Einholung dessen, was erlaubt ist, mehr als nur empfehlenswert ist. De facto muss sich nicht nur der Betroffene, sondern auch der Verantwortliche die Fragen stellen: Wer ist auf dem Bild erkennbar? Wo wird das Bild publiziert? Wo fand die Aufnahme des Bildes statt? Im Zweifelsfall immer einen Datenschutzexperten um Rat fragen! Falls Du dir im Bezug auf eines deiner Bilder unsicher sein solltest, schreibe uns gerne eine Mail oder rufe direkt an und wir klären gemeinsam Deine Fragen!