H&M Datenschutzskandal: Bußgeld-Höchstrekord von 35 Millionen Euro

Die Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) vom Mai 2018 ist noch längst nicht in Vergessenheit geraten. Dies beweist eine aktuelle Entscheidung der Datenschutzbehörde Hamburg, die dem schwedischen Modekonzern H&M ein immens hohes Bußgeld auferlegt hat. Es ist die bislang höchste Bußgeldstrafe, die in Deutschland wegen eines Datenschutzverstoßes verhängt wurde und sogar die zweithöchste in Europa.

Max Mustermann, 34 Jahre alt, nimmt immer Urlaub im Frühjahr, Anzahl der Krankheitstage diesen Jahres: 23, zuletzt erkrankt an: Magen-Darm-Grippe. Familienstand: verheiratet, hat aber derzeit häufige Streitereien mit der Ehefrau.

So könnte ein Datensatz einer digitalen Akte eines Angestellten ausgesehen haben, die Führungskräfte im Standort Nürnberg des schwedischen Modeunternehmens H&M angelegt und fortgehend mit privaten Informationen über seine Angestellten aktualisiert haben. Der Konzern hat wohl bei mehr als Hundert Mitarbeitern das gesamte Privatleben ausspioniert. Aufgefallen ist das Ganze, nachdem die Daten aufgrund eines technischen Fehlers für alle Angestellten einsehbar waren. Der zuständige Datenschutzbeauftragte verhängte ein Bußgeldbescheid in Höhe von 35,3 Millionen Euro.

Die Strafe solle abschrecken. Einen Datensatz von ca. 60 Gigabyte hat der Textilhändler dem Datenschutzbeauftragten zur Auswertung zur Verfügung gestellt. Man entschuldigte sich für die Panne bei allen betroffenen Mitarbeitern und kündigte an, diese zu entschädigen. Das Unternehmen habe nun seine Führungskräfte und Angestellten geschult und die interne Kontrolle des Datenschutzes sei gestärkt worden.

Vor ungefähr einem Jahr wurde bereits eine Geldstrafe in Höhe von knapp 10 Millionen Euro gegen den Telekommunikationsdienstleister 1&1 verhängt. Das Unternehmen hatte Kundendaten nicht ausreichend genug geschützt.

Es ist durchaus zu erwarten, dass sich die Fälle häufen werden. Gerade aus diesem Grund sollten sich Unternehmer ausrüsten und ihre Systeme entsprechend verbessern, damit Datenlecks erst gar nicht auftreten können.

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Photo by Sei on Unsplash