Insolvenzeröffnung - und nun?

Die Firma PIM Gold hat einen Insolvenzantrag beim Gericht eingereicht. Am 2019-09-30 erfolgte dann der Beschluss des Amtsgerichts Offenbach als zuständiges Insolvenzgericht, dass das Insolvenzverfahren eröffnet ist.

Aber was genau ist ein Insolvenzverfahren? Wie läuft ein solches Verfahren ab? Was sind die einzelnen Schritte?

Bei einem Insolvenzverfahren handelt es ich um ein Gesamtvollstreckungsverfahren. Dies bedeutet, dass das Vermögen des Schuldners dem Insolvenzbeschlag ausgesetzt ist. Gesichert wird das Vermögen durch einen Insolvenzverwalter, der nach Bewertung der Lage zu gleichen Anteilen dieses an die Insolvenzgläubiger verteilt, welche sich in die Insolvenztabelle haben eintragen lassen.
Um den Wert des Vermögens zu halten, übergeht mit der Eröffnung des Verfahrens die Befugnis zur Verwaltung und Verfügung an den Insolvenzverwalter. Eine Vollstreckung in die Vermögensmasse ist dann ausgeschlossen.

Doch wie gestaltet sich der Ablauf eines Insolvenzverfahrens in einzelnen Schritten?

  1. Insolvenzantrag

    Zunächst bedarf es für die Eröffnung eines Verfahrens eines Insolvenzantrags. Die Insolvenz kann nur durch den Schuldner oder einen Gläubiger beantragt werden. Für die Beantragung der Insolvenz bedarf es eines Insolvenzgrundes. Der Antrag hat schriftlich zu erfolgen.

  2. Einberufung eines vorläufigen Gläubigerausschusses

    Der nächste Schritt wäre dann die Einberufung eines vorläufigen Gläubigerausschusses, welcher kategorisiert wird in obligatorisch, beantragtem und fakultativem Ausschuss. Der vorläufige Gläubigerausschuss hat die Aufgabe der Unterstützung und Überwachung des vorläufigen Insolvenzverwalters.

  3. der Zeitraum des Gutachtens

    Darauffolgend wird die Zulässigkeit des Insolvenzantrags überprüft. Ist dieser zulässig, geht es um die Entscheidung, ob der Antrag auch eröffnungsfähig ist. Die Eröffnungsfähigkeit ist dann zu bejahen, wenn ein tauglicher Insolvenzgrund vorliegt und die Kosten des Verfahrens gedeckt sind.Was aber sind taugliche Insolvenzgründe? Das Gericht nimmt einen tauglichen Insolvenzgrund bei einer Überschuldung oder eine Zahlungsunfähigkeit an. Eine voraussichtlich wahrscheinlich eintretende Zahlungsunfähigkeit begründet noch für sich allein keinen Insolvenzgrund. Um die Sachlage ordnungsgemäß beurteilen zu können, wird ein vorheriges Sachverständigengutachten eingeholt. Auch hat in diesem Zeitraum bis zur abschließenden Entscheidung das Gericht zu klären, ob gegebenenfalls Sicherungsmaßnahmen erforderlich sind. Beispiele für Sicherungsmaßnahmen können die vorläufige Verwaltung der Insolvenz oder die temporäre Befreiung von der Zwangsvollstreckung sein.Ist das Gericht zu der Ansicht gelangt, dass ein tauglicher Insolvenzgrund vorliegt, wird das Verfahren eingeleitet.

  4. vorläufige Verwaltung der Insolvenz

    Um die Insolvenzmasse zu sichern, wird regelmäßig ein vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt, der für die Fortführung des Unternehmens bis zu einer endgültigen Entscheidung über die Einleitung des Insolvenzverfahrens zuständig ist. Sofern kein Insolvenzgrund feststeht, stellt eine Stilllegung des Unternehmens bis zur Klärung des Sachverhalts einen erheblichen Eingriff in die Recht des Schuldners dar.

  5. Eröffnung der Insolvenz

    Das Insolvenzverfahren wird durch Beschluss eingeleitet. Ab diesem Zeitpunkt hat der Insolvenzverwalter die Verwaltungs-und Verfügungsbefugnis inne.

  6. Gläubigerversammlung

    Wird das Verfahrens eingeleitet, spielt die Gläubigerversammlung eine entscheidende Rolle. Hier legt der Insolvenzverwalter die wirtschaftlichen Verhältnisse des Schuldners offen, wie es mit dem Unternehmen weitergeht, welche Perspektiven für einen Insolvenzplan vorliegen und wie sich das auf die Befriedigung des jeweils einzelnen Gläubigers auswirkt.Innerhalb der Versammlung wird anhand der Informationserteilung seitens des Insolvenzverwalters dann entschieden, wie mit dem Unternehmen verfahren werden soll. Hierfür kann die Versammlung den Insolvenzverwalter mit der Erstellung eines Insolvenzplans beauftragen.

  7. Prüfungstermin

    Im Prüfungstermin reicht der Insolvenzverwalter beim Gericht die angemeldeten Forderungen ein. Hierbei gilt, dass wenn Sie nichts von dem Insolvenzverwalter hören, Ihre Forderung zur Insolvenztabelle besteht.

  8. Abwicklungsphase

    Innerhalb der Phase der Abwicklung setzt der Insolvenzverwalter die Entscheidungen der Gläubigerversammlung in die Tat um und verarbeitet die Vermögensmasse mit den Forderungen in der Insolvenztabelle.
    Es ist immer Einzelfallabhängig wie lange so ein Verfahren dauern kann. In der Regel kann dies von einem halben Jahr bis zum mehreren Jahren andauern.
    Für die stetige Aktualisierung des Verlaufs des Verfahrens , besteht für den Insolvenzverwalter eine halbjährliche Mitteilungspflicht gegenüber den Gläubigern über den Entwicklungsstand.

  9. Schlussbericht und Schlusstermin

    Nach eingehender Verarbeitung der Insolvenzmasse und Überprüfung der Forderungen, reicht der Insolvenzverwalter einen Schlussbericht beim Gericht ein. Bestehen keine Fragen seitens des Gerichts wird ein Schlusstermin anberaumt.

  10. Verteilung

    Als nächstes folgt dann die Konzession zur Schlussverteilung nach dem vorgelegten Verteilungsverzeichnis.

  11. Aufhebung

    Das Insolvenzverfahren wird nach der Verteilung der Insolvenzmasse eingestellt.