Klage gegen Heinz Roth

Forderungsverkauf ausgeschlossen

Die Insolvenzverwaltung hat kürzlich auf ihrer offiziellen Seite (www.frachtcontainer-inso.de) die Rubrik der FAQ ergänzt. Hier kam die Frage auf, ob man seine Forderungen verkaufen könne. Die kurzgefasste Antwort von Dr. Jaffé lautete „nein“. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich professionelle Forderungsaufkäufer während dem Insolvenzverfahren bei den Gläubigern melden, um deren Forderungen zu erwerben. Die Insolvenzverwalter teilten allerdings mit, dass eine solche Möglichkeit für die Gläubiger der P&R-Gesellschaften ausgeschlossen sei. Das liegt mitunter daran, dass die Verträge ein Abtretungsverbot enthalten.

Anklage wegen Betrug erhoben

Die Staatsanwaltschaft München hat nun Anklage gegen den Gründer der P&R-Gesellschaften erhoben. Heinz Roth befindet sich bereits in Untersuchungshaft. Ihm wird gewerbsmäßiger Betrug und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Im Skandal um P&R wurde nun Anklage gegen den Firmengründer der insolventen P&R-Gesellschaften erhoben. Die Staatsanwaltschaft München wirft Heinz Roth gewerbsmäßigen Betrug in 414 Fällen, darunter 88 Fälle mit Verursachung eines Schadens großen Ausmaßes und Steuerhinterziehung in 12 Fällen vor.

Fehlende Aufklärung über Ausfallrisiko

Eine mangelnde Aufklärung sei Heinz Roth bekannt gewesen. Der Vorwurf lautete dennoch, dass Anleger nicht über die schlechte finanzielle Situation und das Ausfallrisiko von mindestens 50 Prozent aufgeklärt worden seien. Davon betroffen sind alle Verträge ab Februar 2017. Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich um 268 Anleger mit 414 Verträgen über rund 27.000 Container. Allein diesen Anlegern soll ein Schaden von mindestens 17.987.000 Euro entstanden sein.

Utopisches Verfahren im Kommen

Allein für die Verfahrensakten der Staatsanwaltschaft München im Fall P&R werden 41 Leitzordner benötigt. In der 66-seitigen Anklageschrift werden 268 Anleger als Zeugen genannt. Der Prozess vor dem Landgericht München wird langwierig. Für die Eröffnung des Hauptverfahrens wurde bisher noch kein Termin benannt. Auch Heinz Roth äußerte sich bisher nicht ausführlich zu den Vorwürfen.

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