Rechtliches zum Weihnachtsbaum – die Do’s and Dont’s rund um das grüne Weihnachtswunder


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Wer hat ihn nicht gerne im Wohnzimmer stehen, den Weihnachtsbaum. Ganz egal, ob es ein echter oder künstlicher Baum ist, für viele ist erst richtig Weihnachten, wenn der Baum steht und geschmückt ist. Übrigens war kein christlicher, sondern ein heidnischer Brauch der Ursprung unserer Weihnachtsbaum-Tradition. Der Brauch setzte sich im Laufe der Jahre durch und verbreitete sich besonders gegen Ende des 18. Jahrhunderts in Deutschland.

Doch wirft der Weihnachtsbaum auch die ein oder andere rechtliche Frage auf.

Hol die Axt, wir gehen in den Wald. Darf ich den Baum selber schlagen?

Wer sich bei Nacht und Nebel in den Wald schleicht und die Axt unerlaubt an einem fremden Baum ansetzt, der macht sich des Diebstahls strafbar. Zwar wird der Weihnachtsbaumklau nur auf Antrag des Eigentümers verfolgt, wer aber geschnappt wird, dem droht eine gehörige Geldstrafe und/oder sogar eine Klage des Eigentümers auf Schadenersatz. Wer also den Baum selber schlagen möchte, sucht sich lieber eine der vielerorts von privaten Plantagenbetreibern und Gemeinden dazu angebotenen Möglichkeiten zum Weihnachtsbaumschlagen aus.

Ab aufs Autodach damit – der Transport nach Hause.

Irgendwie muss das gute Stück ja nun auch nach Hause transportiert werden. Das eigene Auto ist oftmals zu klein. Die Leute kommen so auf die wildesten Ideen. So landet der Baum häufig auf dem Autodach oder er ragt weit aus dem Kofferraum heraus. Eine gute Sicherung ist jedoch das A und O. Bei einem Transport im Innenraum des Autos sollte dieser Niet und „Nadelfest“ gesichert sein. Nach der Straßenverkehrsordnung darf selbst bei Vollbremsung oder einer plötzlichen Ausweichbewegung nichts verrutschen, umfallen, hin- und her rollen oder herabfallen. Sonst droht ein Bußgeld zwischen 35 Euro und 75 Euro.

Bei einem Dachtransport ist die Gefahr des Verlusts besonders hoch. Bei einer Vollbremsung aus 50 km/h führen die wirkenden Kräfte dazu, dass ein Baum ungefähr das 25-fache seines Eigengewichts erreicht. Aus einem Baum mit 20 Kilo wird ein 500 Kilo schweres Geschoss!

§ 22 der Straßenverkehrsordnung regelt , wie weit ein Baum über das Fahrzeug herausragen darf: Bei einer Transportstrecke von weniger als 100 km darf der Baum bis zu 3 m nach hinten herausragen, darüber sind maximal nur noch 1,50 m erlaubt. Nach vorne sind es nur 50 cm. Seitlich darf eine Ladung sogar nur 40 cm über die Leuchten herausragen. Überragt der Baum diese Grenzen, droht ein Bußgeld von 20 Euro.

Außerdem ist das Ende des herausragenden Teils mit einem Sicherungsmittel, dabei wahlweise einer hellroten Fahne, einem Tuch oder einer Tafel von mindestens 30 mal 30 cm Größe zu kennzeichnen. Ist es bereits dunkel ist außerdem eine rote Lampe anzubringen.

Na super, schon vertrocknet an Weihnachten?

Ab Mitte November, und damit noch weit vor Weihnachten, werden die meisten Bäume gefällt. Bei gesunden Bäumen und guter Pflege sollten diese auch an Weihnachten noch nicht welk sein. Ein Weihnachtsbaum, dessen Nadeln sich aber bereits wenige Tage nach dem Kauf verfärben oder abfallen, war dann wohl wirklich nicht mehr ganz frisch. Da ein Weihnachtsbaum zu verderblicher Ware zählt, kann es, um Gewährleistungsrechte gelten zu machen, allerdings schwierig werden einen Mangel nachzuweisen.

Advent Advent, der Weihnachtsbaum brennt.

Besondere Sorgfaltspflichten gelten, wenn sich echte Kerzen am Baum selbst oder an leicht entzündlichen Adventskränzen befinden. Schließlich sind die Nadeln, einmal in Flammen geraten, wahre Brandbeschleuniger. In weniger als 20 Sekunden können sie lichterloh brennen. Nachweißlich brennt es zur Weihnachtszeit am häufigsten. Schäden an der Einrichtung ersetzt in der Regel die Hausratversicherung. Schäden am Haus deckt wiederum eine Brandversicherung ab.

Hier zu beachten und für den Versicherungsschutz von hoher Relevanz, ist selbstverständlich, dass keine grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen werden kann. Die Sorgfaltspflicht darf nicht in ungewöhnlich hohem Maß verletzt werden. Dies kann insbesondere dann der Fall sein, wenn man die Wohnung verlässt, obwohl die Kerzen noch brennen, oder wenn neben dem Weihnachtsbaum kein Eimer mit Wasser zum löschen bereitsteht.

Laut einer Studie verwenden nur noch 12 % der Deutschen echte Kerzen um ihren Weihnachtsbaum zu schmücken.

Fenster auf, Baum raus. Wohin damit nach dem Fest?

Wir kennen fast alle die Werbung des schwedischen Möbelherstellers, welcher nach dem Schema verfährt: Fenster auf und raus mit dem Baum. Doch so einfach gestaltet sich das Ganze leider nicht. In vielen Fällen weisen Städte und Gemeinden wie etwa München auf die kostenlos mögliche Abgabe in Wertstoffhöfen und Weihnachtsbaum-Sammelstellen hin. In Hamburg und Köln beispielsweise werden Termine zur Abholung der Bäume festgelegt. Diese werden dann am Straßenrand eingesammelt. Informieren Sie sich also vorab, wie in ihrer Stadt die Weihnachtsbaumentsorgung gehandhabt wird.
Zu guter Letzt noch ein kleines bisschen unnützes Wissen: Wussten Sie, dass an einer 1,63 Meter hohen Nordmanntanne 178.333 Nadeln gezählt wurden? Tatsächlich.

In diesem Sinne wünschen wir eine besinnliche Adventszeit, ein Frohes Fest und natürlich viel Spaß beim Nadeln zählen!

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