Sommerurlaub trotz Corona wieder möglich

Der langersehnte Sommerurlaub wird bei den Deutschen oft schon im Winter vorgebucht. Doch nach dem Ausbruch der Covid19-Pandemie im März und der damit einhergehenden weltweiten Schließung von Ländergrenzen, sahen die Chancen auf eine Reise ins Ausland lange schlecht aus. Doch die aktuellen Beschlüsse geben den Urlaubern wieder Grund zum Hoffen.

Bundesregierung hebt Reisewarnung für EU-Länder auf

Nachdem die meisten europäischen Grenzen wieder geöffnet wurden, soll ab kommenden Dienstag - dem 16. Juni - die allgemeine Reisewarnung für einen Großteil der europäischen Länder aufgehoben werden. Und auch die allgemeine weltweite Reisewarnung vom 17. März soll durch individuelle Reisehinweise ersetzt werden, in denen über landesspezifische Risiken informiert wird.

Für die 26 deutschen Partnerländer der Europäischen Union, sowie Großbritannien und die Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums (Island, Norwegen, Schweiz und Liechtenstein) hebt die deutsche Bundesregierung die Reisewarnung komplett auf. Für einzelne Länder kann sich die Grenzöffnung jedoch noch verzögern. Dies betrifft vor allem das Lieblingsurlaubsland der Deutschen: Spanien. Dort sollen ausländische Touristen erst ab dem 1.Juli wieder einreisen dürfen, auf einzelne Ferieninseln schon 8 Tage früher. Aber auch Norwegen erwägt, das Einreiseverbot bis zum 20. August aufrecht zu erhalten, mit einer Ausnahme für Dänischen Touristen.

Reisewarnung für nicht EU-Länder bleibt bestehen

Für die Rund 160 Staaten außerhalb der EU wurde die Reisewarnung noch bis zum 30. August verlängert. Für einzelne Länder kann es jedoch zu Ausnahmen kommen. Diese sind abhängig von der Leistungsfähigkeit des staatlichen Gesundheitssystems, dem Ausmaß des Infketionsgeschenens oder der Frage, wie verlässlich die von den Staaten genannten Daten sind. Bundesaußenminister Heiko Maas betont „Dort - und nur dort - wo das Gesamtpaket aus positiver Pandemieentwicklung, einem stabilen Gesundheitssystem, stimmigen Sicherheitsmaßnahmen für den Tourismus und verlässlichen Hin- und auch Rückreisemöglichkeiten das zulässt, können wir möglicherweise schon früher von einer Reisewarnung zu Reisehinweisen zurückkehren“. Denn eine zweite Welle des Virus wolle Deutschland unter keinen Umständen riskieren.

Voraussetzungen für weitere Ausreisen

In dem Eckpunktepapier der Bundesregierung ist explizit erfasst, dass die Zahl der Neuinfektionen weiterhin der Hauptindikator für den Erlass weitere Maßnahmen bleibt. Sollten diese erneut drastisch steigen, behält sich die Regierung vor, eine erneute Reisewarnung für bestimmte Länder oder Regionen auszusprechen. Dabei gilt ein Richtwert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Aber auch ein mangelnder Infektionsschutz im Touristikmanagement kann ein Grund für die Reaktivierung einzelner Maßnahmen sein.
Eine Rückholaktion, wie kurz nach dem Ausbruch der Pandemie, soll auf jeden Fall verhindert werden. „Eine Abholung deutscher Staatsangehöriger durch die Bundesregierung während einer möglicherweise im Ausland verhängten Quarantäne bleibt ausgeschlossen“, heißt es in dem Papier der Regierung.

Außerdem sollen neben der Reisebeschränkung auch die Kontrollen an den deutschen Außengrenzen verringert werden. Damit ist für einen Großteil der Deutschen auch das Ausreiseverbot wieder aufgehoben und Schweizer und EU-Bürger können nahezu ungehindert wieder einreisen.

Quarantäneverpflichtungen

Ebenfalls soll mit der Aufhebung der Reisewarnung die gegenseitige Quarantäne Verpflichtung enden. Auch wenn in Deutschland die Bundesländer die Quarantäne-Regelungen selber bestimmen, gibt es eine gemeinsame Verabredung zwischen den Ländern und dem Bund: Für Rückreisende aus einem Gebiet, in denen die Anzahl der Infizierten den zuvor genannten Richtwert überschritten hat, wird automatisch eine 14-tägige Quarantänepflicht aktiviert.
Sollte während der Reise eine Infektion festgestellt werden, liegt die Entscheidung über die zu ergreifenden Maßnahmen bei dem jeweiligen Land. Sollten dort eine Quarantäne angeordnet werden, gilt es diese zu befolgen und eine Rückreise ist zu dieser Zeit in der Regel nicht möglich.

Einige Länder haben weiterhin Einreisesperren oder Sonderkontrollen für bestimmte Regionen oder Personengruppen erlassen. Daher empfehlen wir allen Reisenden, sich vor dem Antritt ihrer Reise sich noch einmal bei der Botschaft oder dem Konsulat ihres Reiselandes zu informieren und auch die Quarantänevorschriften bei der Rückkehr beachten.

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Photo by Anders Wideskott on Unsplash