Trading-Plattformen: Wo ist das Geld der Anleger?

Hand kommt aus Bilschirm und stiehlt Kreditkarte
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Die zunehmende Cyberkriminalität ist ein weltweites Phänomen. Jetzt erschüttert in Europa der unter Umständen größte Fall von Kapitalanlagebetrug das Internet. Nach Medienberichterstattungen sollen tausende von Tradern auf betrügerische Trading-Plattformen reingefallen sein. TILP prüft die Sach- und Rechtslage.

Trading-Plattformen

Die Presse nannte die Trading-Plattformen „Option888“, „TradeInvest90“, „ZoomTrader“, „XMarkets.com“ und „TradoVest“. Zahlreiche Anleger nutzten offenbar diese Trading-Plattformen, um im Internet Finanzgeschäfte abzuwickeln. Ob hierbei allerdings alles mit rechten Dingen zuging, ist mittlerweile mehr als fraglich. Denn die Betreiber von diesen fünf Online-Trading-Seiten sollen die Anleger um viele Millionen gebracht haben.

Strafrechtliche Ermittlungen wegen Betrugs

Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken ermittelt jetzt gegen fünf Hintermänner dieser mutmaßlich betrügerischen Plattformen. Dabei handelt es sich teilweise auch um Exchanges für Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC). Mit einem weitverzweigten Geflecht von Offshore-Firmen und illegalen Trading-Plattformen sollen sie über viele Jahre ein äußerst profitables Betrugssystem betrieben haben. Den Anlegern sollen durch hochriskante Finanzgeschäfte zwar enorme Gewinne versprochen worden sein. Mit Gewinnen rechnen konnten anscheinend jedoch ausschließlich die Betreiber. In den Datenbanken der fünf ins Visier geratenen Trading-Plattformen sollen die Ermittler über 200 000 Namen deutscher Kunden gefunden haben. Sollten sich alle Vorwürfe bewahrheiten, hätte es einen Betrugsfall solchen Ausmaßes in Europa bislang noch nicht gegeben.

Was soll passiert sein?

Laut Medienberichten waren die betriebenen Trading-Plattformen sogar nur eine Fassade. Mithin besteht der begründete Verdacht, dass die Finanzgeschäfte den Kunden nur vorgetäuscht wurden. Das soll möglich gewesen sein, weil die Anleger zuvor per Chat oder am Telefon erheblich unter Druck gesetzt worden wären.

Wie hoch der Gesamtschaden ist, steht noch nicht fest. Der Staatsanwaltschaft Saarbrücken sollen zurzeit 233 Strafanzeigen mit einem durchschnittlichen Schaden in Höhe von 40 000 € vorliegen. Hochgerechnet könnte dies einen Gesamtschaden von zumindest mehreren hundert Millionen Euro bedeuten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Saarbrücken gab es 35 Durchsuchungen im In- und Ausland.

Was können Anleger jetzt machen?

Anleger, die über die vermeintlich betrügerischen Trading-Plattformen, die Presse nannte hier die Plattformen „Option888“, „TradeInvest90“, „ZoomTrader“, „XMarkets.com“ und „TradoVest“, Geld investiert haben, müssen mit dem Verlust ihres Kapitals rechnen.

Unsere ersten Prüfungsergebnisse zeigen, dass die zivilrechtliche Sach- und Rechtslage zurzeit noch nicht eindeutig ist. Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen sollen ergeben haben, dass die Trading-Plattformen bei mindestens drei deutschen Banken, nämlich der Postbank, der Sparkasse Koblenz und der Fidor Bank, über Konten verfügten. Einige Bankhäuser sollen sogar aus eigener Initiative die Kundenverbindung zu den Trading-Plattformen eingestellt haben, bevor die heutigen Umstände publik wurden. Für TILP stellt sich daher auch die Frage, ob diese Banken nicht auch Warnpflichten gegenüber ihren redlichen Kunden verletzt haben könnten.

Wenn auch Sie zu den geschädigten Tradern gehören können sich bei uns melden. Als unabhängige Plattform bündelt Qthority die Interessen geschädigter Anleger und hat bereits die Tübinger Kanzlei TILP mit der Prüfung beauftragt.
Hotline: +49 69 348718131